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06. September 2008

Landtagswahl: Bayern wählt besser

Von Thorsten Sterk

Bayern wählt am 28. September ein neues Landesparlament. Die Wähler können hierbei auf Landesebene, was die Bürger in Nordrhein-Westfalen nicht einmal auf Gemeindeebene können: Kandidatinnen und Kandidaten aus den Parteilisten gezielt auswählen.

 

Jeder Bürger hat zwei Stimmen: Mit der Erststimme wählt er in einem der 91 Stimmkreise den von ihm favorisierten Kandidaten. Sieger ist, wer die meisten Stimmen bekommt. Die Zweitstimme gilt der Kandidatenliste der favorisierten Partei. Sie ist aber stark personenbezogen. Es kann aus einer Kandidatenliste ein einzelner Bewerber um ein Landtagsmandat ausgewählt werden. Weil die Zahl der für die einzelnen Bewerber abgegebenen Stimmen über den endgültigen Rang auf der Kandidatenliste entscheidet, können die Wähler die von den Parteien vorgegebene Reihenfolge noch einmal ändern.

 

Mehr Demokratie schlägt ein kandidatenbezogenes Wahlrecht sowohl für die Kommunal-, als auch für die Landtagswahlen vor. Schon in 13 Bundesländern können die Wähler bei Kommunalwahlen durch das Auswählen und Streichen einzelner Kandidaten direkt darüber entscheiden, welche Bewerber in die Räte und Kreistage einziehen. Bis auf Grüne und Linke lehnen aber alle Parteien im Landtag dieses Wahlrecht ab.


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